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Mittwoch, Dezember 29th, 2010
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Aussicht Caldera Fira Hafen Imerovigli Kraterrand Kraterweg Maultiere Santorini Thira
Santorini, Teil 1
Willkommen zum ersten Teil meines Reiseberichts über Santorini im Juni 2010. Und los geht’s:
Die Anreise bis Santorini, Landung ausgenommen, war ereignislos. Die Landung allerdings, welche während der Dämmerung stattfand, war zwar pünktlich aber brutal hart. Seitdem glaube ich zu wissen, wie sich ein Pilot auf dem Schleudersitz fühlt…
Nachdem wir 20min vor dem einzigen Gepäckband des kleinen Flughafens gewartet haben, gehen wir durch das Tor „nichts zu verzollen“ – und stehen bereits draussen. Wirklich ein schnucklig kleiner Flughafen. Was aber nichts daran ändert, dass wir unsere Autovermietung nicht finden. Alle Anbieter haben einen Stand ausser unserer. Aber da! War da nicht etwas?! In einer Ecke sitzt ein Typ mit passendem T-Shirt auf einem Stuhl. On-the-fly-Büro nennt man das wohl.
Nachdem wir unser Auto entgegengenommen haben, zeigt uns die anschliessende Fahrt in Richtung Hotel bereits, wie es auf dieser Insel läuft. Die Menschen gehen offenbar aus Prinzip immer auf der Strasse, gleich neben den ebenfalls auf der Strasse parkierten Autos.
Dummerweise haben wir keine Adresse vom Hotel erhalten, wir wissen nur ungefähr wohin. Was wir da noch nicht wissen, ist, dass es in Imerovigli, unserer Destination, schlicht keine Adressen gibt! Ein paar Tage später werden wir per Zufall einen unter Termindruck stehenden Briefkurier beobachten, welcher mitten in Imerovigli verzweifelt abwechselnd den Aufkleber des Briefes in seiner Hand und die verwinkelten Gässchen der Ortschaft anschaut und sich dazu verwirrt mit der Hand durch die Haare fährt.
Aber zurück zu uns: Nach 20min suchen und mehrmaligem Fragen finden wir mit Müh und Not unsere Reception, welche witzige 2 m2 klein ist.
Wir werden über eine verwirrende Anzahl Gässchen kreuz und quer, hinauf und hinab durch das kleine, direkt in den Hang hinein gebaute Kaff zu unserem Appartement gelotst. Die Aussicht ist selbst in der Dunkelheit überwältigend. Im Zimmer werden wir von einem Hundertfüssler erwartet, der gut gelaunt von der Decke herab die neuen Mitbewohner begrüsst…
Es folgt der schweisstreibende Transport unserer Koffer, bei der mir ein Hotelangestellter mit einem unserer Koffer im Laufschritt (!) durch die Gässchen vorausgeht. Nach einer kurzen Dusche gehen wir in die 200m entfernte Taverne wo wir viel Schweizerdeutsch hören und uns auffällt, dass alle Leute warme Kleidung tragen…
Die erste Nacht auf Santorini wird unruhig, unser Boiler knallt die ganze Nacht in unregelmässigen Abständen, irgendwo fliesst immer wieder Wasser, der Kühlschrank brummt penetrant.
Am ersten Morgen erwartet uns strahlend schönes Wetter, wir bestellen das Morgenessen auf unsere Terrasse. Währenddessen schlägt das Wetter blitzartig um auf Dunkelgrau, durchsetzt von einigen Tropfen Regen.
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Nach dem reichhaltigen Morgenessen gehen wir über den bekannten Kraterweg nach Thira, der Hauptstadt der Insel. Die Aussicht, welche sich hier konstant bietet, ist schlicht atemberaubend!
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Nicht nur auf Thira und Imerovigli sieht man immer wieder aus neuen interessanten Winkeln, sondern auch die Insel Nea Kameni im Zentrum des Vulkankraters. Diese verschmolz 1925 aus zwei im 16. und 18. Jahrhundert durch Eruptionen entstandene Inseln. Daran, dass das letzte, sehr verhängnisvolle, Erdbeben erst 1956 stattgefunden hat, denkt bei dieser Aussicht garantiert niemand.
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Zwischendurch gönnen wir uns in einem kleinen Cafe etwas zu trinken, danach geht es weiter durch die Flanierzone von Fira.
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Erwartungsgemäss ist die Hauptstadt sehr touristisch, wir studieren einige Menukarten und stellen fest, dass die Preise recht gehoben sind.
Zwischen dem alten Hafen weit unterhalb Thira und der Stadt sind die traditionellen Maultiere unterwegs.
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Wer sich diese 230 Höhenmeter nicht antun will, kann auf dem Rücken eines dieser Viecher den Vulkanrand erklimmen – oder die neumodische Seilbahn nehmen. Letztere hat den Maultierkarawanen wohl grosse Konkurrenz gemacht, selten sehen wir jemanden diese urchige Fortbewegungsart nutzen. War das Wetter zu Beginn stark bewölkt und kühl, so brennt die Sonne nun gnadenlos auf uns herab. Während wir im allgegenwärtigen Maultiergestank etwas trinken, schauen wir den Karawanen zu, wie sie für uns ungewohnt mitten durch Thira stapfen.
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Wir sind bereits geschafft und gehen mit einem Abstecher über einen Supermarkt, wo wir Wasser, Apérozutaten und natürlich Ouzo kaufen, zu unserem Appartement zurück. Auf unserer tollen Terrasse geniessen wir die schöne Abendstimmung über Thira während einem Apéro.
Später essen wir im „Blue Note“, welches nicht weit entfernt etwas erhöht über dem Weg mitten durch Imerovigli thront und geniessen die wohlbekannten Gerichte Tzatziki und Souvlaki mit Rotwein.
Vor dem Zubettgehen stellen wir den Boiler kurzerhand ab und geniessen die Ruhe.

The Santorini, Teil 1 by sacha danesi photography, unless otherwise expressly stated, is licensed under a Creative Commons Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported License.
























